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25/02/2006 Göttinger Tageblatt, Erforschung des plötzlichen Herztods

Europäischer Forschungsverbund "Contica" / Koordinierung in Göttingen. (German) 

Stellen ,,Contica" vor: Christiane Hennecke mit dem Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Cornelius Frömmel und Prof. Burkert Pieske (v.1.).

100 000 Menschen in Deutschland sterben jährlich am plötzlichen Herztod. Eine der Ursachen kann eine genetisch bedingte Fehlfunktion sein. Das Forschungsprojekt "Contica" der europäischen Union unter Göttinger Federführung beschäftigt sich mit den Ursachen des Herztods. Es wird mit 2,75 Millionen Euro für drei Jahre gefördert.
 
Der erste bekannte Fall eines plötzlichen Herztods liegt schon mehr als 2000 Jahre zurück: Pheidippides lief von Marathon nach Athen und starb, nachdem er seine Siegesbotschaft überbracht hatte. Ein typischer Fall von plötzlichem Herztod, erklärte Prof. Burkert Pieske, leitender Oberarzt der Abteilung Kardiologie am Uniklinikum Göttingen. Eine der Ursachen des plötzlichen Herztods ist die genetisch  bedingte Fehlfunktion eines Proteins, das den Kalzium-Transport in den Herzzellen reguliert. Bei hoher körperlicher Belastung kann es bei Menschen, bei denen dieser Gendefekt vorliegt, zu Herzrhythmusstörungen, zu Kammerflimmern und schließlich zum Tod kommen, erklärt Pieske, der für die Koordination des EU-Projekts "Contica" verantwortlich ist. Eine Göttinger Forschergruppe um Pieske wies nach, dass die Veränderung am Protein nicht nur genetisch bedingt sein muss, sondern auch bei Menschen mit Herzinsuffizienz auftritt.

Mausmodelle.
Die Forschung von "Contica" (Control of Intracellular Calcium and Arrhythmias) konzentriert sich nun darauf, die Mechanismen zu analysieren und die erworbenen mit den genetischen Rhythmusstörungen zu vergleichen. So soll erforscht werden, wie die Fehlfunktionen rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Dazu wurden Mutationen in Mausmodellen eingesetzt.
Sollte sich die Hypothese bestätigen, dass die gleichen subzellulären Mechanismen vorliegen, rechnet Pieske frühestens in zehn Jahren mit einer therapeutischen Umsetzung der Forschungsergebnisse. Neben der wissenschaftlichen Koordination von Pieske, ist die Göttingerin Christiane Hennecke für die Administration zuständig. Acht Partner - sechs wissenschaftliche Gruppen aus sechs Ländern sowie zwei deutsche Unternehmen - sind an dem Projekt beteiligt. Rund 50 Forscher, davon zehn aus Göttingen, arbeiten an dem Projekt. Das "StartUpMeeting" endet heute in Göttingen. Verena Leidig



 
 
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